Leben und studieren in Indonesien

Hallo

Dieser Blog dokumentiert mein Auslandssemester in Indonesien. Ich studiere hier für 1 Semester an der Universitas Pelita Harapan in Lippo Karawaci (in der Nähe von Jakarta). Viel Spaß beim Lesen :).
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Der Urlaub hat begonnen


Hallo liebe Gemeinde…
Endlich war es nun soweit und der gemeinsame Urlaub von Susan und mir hat begonnen. Die erste Station war wie angekündigt Kuala Lumpur, um mein Visum zu verlängern. Dank einer Empfehlung haben wir schnell ein günstiges und sauberes Hostel im Zentrum von Chinatown gefunden.Es ist schon immer wieder faszinierend wie sich die Menschen in diesem Chaos wohlfühlen können. Lauter Straßenverkäufer die allerhand Uhren, Taschen, T-Shirts und Schuhe lautstark anbieten. Natürlich immer nur die beste Qualität zum günstigsten Preis – „special Price Mister“.

Den ersten Abend sind wir gemütlich durch die „Jalan Petaling Street“ geschlendert und haben uns schon einmal ein Bild machen können, wofür im Rucksack noch Platz geschaffen werden muss. Bei Nudeln und Ente konnte Susan ihre Fähigkeiten im Umgang mit Essstäbchen unter Beweis stellen. Der Kampf mit den Nudeln wurde letztendlich auch gewonnen und mit vollem Magen konnten wir uns auf die bevorstehende Reise freuen. Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Bürokratie. Die erste Hürde, das Finden der indonesischen Botschaft, wurde mit Bravour gemeistert. Es hieß erneut „Passierschein A38″ ausfüllen und abgeben. Nach 5 Stunden warten, konnten wir unsere Unterlagen erfolgreich den Beamten übergeben. Leider haben sie uns schon an diesem Tag gesagt, dass es wohl eher schlecht aussieht mit einem Visum für 60 Tage, aber dass sie alles versuchen wollen, was in ihrer Macht steht. Somit sind wir hoffnungsvoll am nächsten Tag wieder zur Botschaft gegangen. Ein paar andere Backpacker konnten uns allerdings nicht sehr viel Mut machen, “ We didn´t get the Visa“ lautete der Zuruf, naja erstmal abwarten. Als wir dann nach kurzer Wartezeit an der Reihe waren, bestätigte sich unsere Befürchtung. Ich habe kein Visum für 60 Tage bekommen. Auch egal, dann muss halt das „Visa on arrival“ in Bali verlängert werden und die unendliche Geschichte geht weiter :D. Doch mit dem Lebensmotto meines ehemaligen Mitbewohners Josh – „Let it flow man, don´t worry “ – wird das, das letzte Kapitel sein. Für die restliche Zeit hieß es dann: Kuala Lumpur entdecken.

Im Vergleich zu Jakarta ist Kuala Lumpur wirklich ein Paradies. Es gibt ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz, bestehend aus „MonoRail“, „Train“ und Bussen. Dies erleichtert es ungemein sich die Stadt anzuschauen. Ein Highlight sind die „Petronas Towers“ in Kuala Lumpur. Am Fuße der Türme befindet sich ein wirklich schöner Park mit der ein oder anderen Abkühlungsmöglichkeit. Den haben wir allerdings erst ein wenig später entdeckt, da es Unstimmigkeiten gab, was die Richtung anging. Susan wollte um den Park herum und ich durch den Park. Da eine demokratische Abstimmung bei 2 Leuten nicht viel Sinn macht, kam das altbewährte und bis zur Perfektion getriebene „Schere, Stein, Papier“ – jedoch ohne „Brunnen“ – zum Einsatz, welches ich leider verloren hatte. Am zweiten Tag haben wir uns dann für den Weg durch den Park entschlossen und so kamen wir noch in den Genuss eines kleinen Schwimmbeckens für Kinder, wo wir ein wenig im Wasser laufen konnten.

Eine weitere Attraktion sind die „Batu Caves“. Dort konnten wir einen ersten Einblick in die hinduistische Kultur gewinnen. Die 272 Stufen wurden auch in einem, den Temperaturen angepassten Tempo erklommen. Begrüßt wurden wir von vielen kleinen Affen. Nach einem Rundgang haben wir uns dann wieder auf den Weg ins Hostel gemacht. Am nächsten Tag sollte es früh losgehen. Der Flug nach Medan stand auf dem Programm. Der Flug verlief ruhig und wir sind nach nur 40 Min. gut gelandet. Das Visum wurde ohne Probleme ausgestellt und wir konnten uns auf den Weg zum Busbahnhof machen. Geplant war die Weiterfahrt nach Bukit Lawang, von wo aus es in den Dschungel gehen sollte. Als wir im Ancot – ein Minibus welcher in Indonesien als öffentliches Verkehrsmittel verwendet wird – saßen und durch Medan fuhren, wurde uns schnell klar, dass es gerade kurz vor unserer Ankunft geregnet haben musste. Einige Straßen waren teilweise bis ganz überflutet und es ging nur im Schritttempo voran. Am Busbahnhof wurde dieser Eindruck noch bestätigt als uns gesagt wurde, dass keine Busse nach „Bukit Lawang“ fahren, da die Brücke überschwemmt sei. Nach langem hin und her und Abwägen aller Möglichkeiten haben wir uns dann entschieden, in Medan zu bleiben und auf den nächsten Tag zu hoffen. Also Rucksäcke auf das „becak queue“ – geschnallt und in Richtung Hostel. Die Empfehlung des Lonely Planets – unser Reiseführer – hat sich als Glückstreffer enpuppt. Ein wirklich schönes Hostel. Hier haben wir auch gleich eine Tour für den kommenden Tag gebucht. Somit kommen wir nun doch nach Bukit Lawang und unserer Dschungeltour steht nix mehr im Wege. Jetzt sitzen wir beide im Café vor dem Hostel, genießen die Urlaubszeit und sind gespannt, was uns auf der Tour wohl alles erwarten wird…

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Verspäteter Dezemberbericht


HOHOHO…
Das Semester ist zu Ende und Weihnachten war ja auch noch. Pünktlich zum besinnlichen Fest kam die Sonne raus und das Thermometer kletterte auf 32 Grad. Genau die richtigen Bedingungen sich auf die Terrasse zu setzen, einen Mangosaft zu trinken, die Moscheeansagen mit dem Soundtrack von „My Blueberry Nights“ zu übespielen und ein paar Zeilen zu schreiben. Zuerst gibt es einen Kurzbericht über die Zeit nach den Prüfungen, bevor ich ausführlich über Stefans Besuch berichten werde. Daher möchte ich beginnen mit einem Kurztrip nach Bandung. Nach den Prüfungen hat mich Ryo mit zu seinem Onkel genommen, wo ein monatliches Familientreffen stattfand. Es gab allerhand zu Essen und viele nette Gespräche. Zum Schluss haben mir sein Onkel und seine Tante noch ein paar Geschenke für meine Eltern mitgegeben, was ich sehr nett fand. So etwas wäre in Deutschland nicht möglich. Man stelle sich vor, jemandem wirklich verhältnismäßig teure Geschenke zu geben für Personen, die man gar nicht kennt. Es ist immer wieder überraschend wie nett die Menschen hier sind.
Zu Weihnachten kann ich an dieser Stelle nur ein paar Sätze schreiben. Dies fiel in diesem Jahr sehr sparsam aus, da es hier kaum gefeiert wird und Familie und Freunde 10.881 km entfernt sind. Ich bin mit Josh, meinem Mitbewohner, an Heiligabend Sushi essen gegangen. So gab es in diesem Jahr keine Forelle sondern Aal, Octopus und einen Sake zum Anstoßen. Am ersten Weihnachtsfeiertag bin ich wieder nach Bandung gefahren und habe Tsani und Historina besucht. Die beiden haben 2009 an der „International Student Week Ilmenau“ teilgenommen und für diese Zeit wohnten sie bei. Sie haben mir 2 Tage Bandung ausführlich gezeigt und so konnte ich auch auf meinen ersten Vulkan steigen :). Man konnte schon aus der Ferne erkennen, dass es sich um einen Vulkan handelt, der Schwefelgeruch ließ keinen Zweifel zu. Ist schon ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis. Nach meinem ersten Vulkan durfte ich auch meine erste Durian Frucht essen. Es gibt angeblich nur 2 Gruppen von Menschen, die einen lieben die Frucht und die anderen können sie nicht ausstehen. Ich gehöre dann wohl zu keiner von beiden und eröffne die dritte Gruppe „so mittelmäßig“. Der Geruch ist wirklich unangenehm und kann bei dem ein oder anderem schonmal Kopfschmerzen hervorrufen. Das Fruchtfleisch ist sehr schleimig und man lutscht es von einem Kern ab. Der Geschmack lässt sich nur schwer beschreiben, so wie süßes Fleisch würde ich sagen. Wenn ihr die Gelegenheit habt macht ihr euch am besten selber ein Bild davon. Leider verging die Zeit in Bandung viel zu schnell und ich musste wieder nach Hause.

Wie schon beschrieben ist das Semester zu Ende und alle Prüfungen gelaufen. Für mich war es ein doch relativ entspanntes Uni-Jahr, was jedoch viel Spaß gemacht hat. Die Prüfungen waren gut und ich kann gelassen an die Reiseplanungen gehen. Doch bevor ich mich um Routen, Flugzeiten und Hostels kümmern konnte, galt es noch den 2 Besuch aus Deutschland zu versorgen.
Stefan kam am 10.12 mit einem breiten Grinsen im Gesicht in Jakarta an. Es war ja schließlich für ihn der erste Flug und dann gleich mal 17 Stunden, wie gut, dass man solche Freunde hat. Am ersten Abend haben wir bei Adi genächtigt. Da uns Ryo am nächsten Tag zum Schneider gebracht hat – die beiden sind Nachbarn. Ja mittlerweile kenne ich mich auf dem „Pasar Majestics“ bestens aus, schließlich war ich nun schon 9 mal dort. Der Schneider wird wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens gemacht haben ☺. Nachdem alle Maße von Stefan genommen wurden haben wir uns gleich in ein Padja gesetzt und sind zum Busterminal gefahren. Von dort aus ging es quer durch die Stadt nach Glodok und Kota, wo wir ein bisschen herum gelaufen sind und 2 Tempel besichtigt haben. In einem war ich dann auch erfolgreich und konnte mein erstes Mitbringsel erwerben. Jetzt muss nur noch die Frage beantwortet werden, wie ich dies, 2 Monate mit mir herumschleppen soll, für Hinweise bin ich sehr dankbar. Nach der Stadtbesichtigung haben wir uns wieder mit Adi und Ryo getroffen und sind zu Anisa gefahren, einer Kommilitonin von mir. Am Abend, nach einem anstrengendem Großstadttag, haben wir uns noch ein Bierchen auf der Terrasse gegönnt und sind später erschöpft ins Bett bzw. auf die Isomatte gefallen. Der nächste Tag stand wieder ganz im Zeichen – Großstadt. Die Nacht war für uns recht lang, so dass wir erst gegen 15 Uhr nach Jakarta sind. Als erstes wurde wieder einmal nach Essen Ausschau gehalten. Nach der Stärkung mit frischem Seefood haben wir uns ein Taxi besorgt und sind zum Monas gefahren. Leider waren wir an diesem Tag ein wenig zu Spät und wir konnten nicht mehr auf die Spitze, dieses Unglück, sollte uns dann ein weiteres mal ereilen, wodurch das Happy End ausblieb. Nach der Monasenttäuschung haben wir dann beschlossen in die Grand Indonesia – die größte Mall in Indonesien – zu gehen bevor wir wieder mit dem Taxi nach Hause sind. Den Abend haben wir so wie den anderen ausklingen lassen. Am nächsten Tag ist Stefan in Richtung „Tidung Island“ – eine Insel der Gruppe „Pulau Seribu“, welche vor Jakarta liegt – aufgebrochen. Weckerklingeln Früh um 4:30 ist echt nicht meine Welt, es half aber nix schließlich war 6 Uhr Treffpunkt am Hafen. Also raus aus dem Bett , unter die Dusche, irgendwie wach werden und wieder ins Taxi. Der Taxifahrer sah sichtlich verunsichert aus – was wollen wir denn am Hafen bzw. in „Mura Anke“ ? Doch es half nix, egal wie oft er nachfragte wir blieben bei unserer Entscheidung, dass wir zu diesem Hafen wollen.ein Fischerhafen mit sehr neuartigen Gerüchen Nach einer Weile haben wir es auch geschafft dem Taxifahrer zu erklären, dass es ok ist wenn er uns einfach raus lässt und wir uns dann durchfragen. Es stellte sich dann wie vermutet heraus, dass es kein Problem war Desty zu finden. Desty war Stefans „Reiseleiterin“ , mit ihr hatten wir alles ausgemacht. Stefan wurde sicher abgeliefert, jetzt war nur noch das Problem wieder nach Hause zu kommen, um für meine Prüfung am nächsten Tag zu lernen. Kurz mit dem Padjafahrer verhandelt und es ging in Richtung Taxistand. Die nächste Zeit, verbrachte ich dann mit lernen. Am Mittwoch kam Stefan auch schon wieder von der Insel. Das hieß wieder Weckerklingeln zu einer unmenschlichen Zeit, ins Taxi und zum Hafen. Stefan kam sichtlich entspannt am Hafen an und wir sind direkt zur Anzugsanprobe gefahren. Der Anzug saß schon fasst wie angegossen somit mussten wir auch nicht lange beim Schneider zu bringen. Anzugsprobe abgeschlossen, Monas die Zweite. Wie ebenfalls schon erwähnt sollte auch der zweite Besuch am Monas nicht erfolgreich verlaufen. An diesem Tag hieß es: „Tut uns leid, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen“. Ok es sollte halt nicht sein. In Karawaci angekommen wurde sich dann erst einmal wieder mit einer Portion Nudeln gestärkt. In einer gemütlichen Bar hat mir Stefan dann die Bilder von der Insel gezeigt, was mich schon ein wenig neidisch gemacht hatte ;). Für mich stand der nächste Tag ganz im Zeichen meiner letzten Prüfung. Diese wurde dann auch erfolgreich hinter sich gebracht und meine Ferien konnten nun auch starten. Einen Tag zuvor hatten wir durch hartes verhandeln eine Tour nach Pangandaran  gebucht

Ich sage nur: „immer erstmal die hälfte“. Somit mussten wir dieses quälende Weckerklingeln erneut zu einer unchristlichen Zeit ertragen, es sollte am Freitag 6 Uhr los gehen. Schließlich fährt man auch gute 7 Stunden. Der selbe, roboterähnliche Ablauf wie schon die anderen Tage, schlaftrunken und mürrisch ins Bad, duschen und hinein in die blaue Taxiwelt (die Taxen sind hier blau). Pangandaran wurde 2006 von einem schweren Tsunami getroffen. Die Spuren sind teileweise noch sichtbar, da wo an sich Palmen stehen sollten, befindet sich nur eine freie Fläche. Trotzdem war es eine super Tour. Als wir schließlich am späteren Nachmittag ankamen sind wir gleich direkt zum Strand, auch wenn das Wetter nicht sehr Strandtauglich war. Der leichte Regen hielt uns aber nicht davon ab die Wellen zu testen. Das Wasser war angenehm warm und bot somit den optimalen Einstieg in die Ferien. Nach der Erfrischung haben Stefan und ich uns noch einen Gerstensaft besorgt und dann wurde gespeist – wirklich leckeres Seefood. Der Abend verlief dann sehr entspannt. Durch eine geborgte Gitarre kam ein wenig Lagerfeuerstimmung auf und der nächtliche Strandspaziergang bot den ein oder anderen Schnappschuss. Für den nächsten Tag war wieder frühes Aufstehen geplant, jedoch nur für die, die sich ein morgendliches Bad im Ozean nicht entgehen lassen wollten. Ich konnte mich aus dem Bett bemühen, was man von meinem Zimmerpartner nicht sagen konnte. Auch durch längeres auf die Nerven gehen, lies er sich nicht bewegen und somit fand der Spaß ohne ihn statt. Der Morgen begrüßte uns mit blauem Himmel, Sonnenschein und einem leichten Wellengang. Letztere luden ausgiebig zum „Bodyborden“ ein. Nach einer Stärkung, machte sich die Reisegruppe auf – wir waren 6 Leute – den Green Canyon zu erobern. Zuvor musste eine ca. 2 stündige Fahrt, vorbei an Reisfeldern, Küstenstreifen und unzähligen Palmenwäldern, hinter sich gebracht werden.

Am Green Canyon wurden noch schnell die Badesachen angezogen und dann hieß es auch schon „los geht’s“.Mit einem kleinen Boot sind wir Flussaufwärts mitten durch Dschungellandschaften gefahren, jede Kurve brachte neue Szenarien hervor. Nach gut 30 Minuten kamen wir am Ankeplatz an. Von dort an hieß es Schwimmweste an und ab ins Wasser. Ich kann mir vorstellen, dass wir ziemlich lustig ausgesehen haben müssen, so wie wir uns dort über die Felsen gequält haben. Den Indonesiern hat man die spitzen und unförmigen Felsen, welche sich in den Fuß gebohrt haben natürlich nicht angemerkt. Wir stiegen also über einige Felsen und hangelten uns von einer Sicherheitsleine zur nächsten bis wir an einem Felsen ankamen, der für Sprungeinlagen geeignet war. Es hieß raus aus dem Wasser und rauf zum Felsen. Ich hatte immer in Erinnerung, dass mir solche Sprungeinlagen nicht viel ausgemacht haben, zumindest früher. Doch als ich dann so auf dem Felsen stand und nach unten schaute merkte ich doch die Pulsschlagerhöhung. Naja Augen zu und durch. Mit ausreichend Anlauf und einem beherzten Absprung landet ich wieder im kühlen Fluss. Stefan hat das ganze natürlich auch mit Bestnote gemeistert. Kurz nach dem Sprung hatte ich dann erstmal für eine Weile Ohrenschmerzen, wirklich ungenehm. Diese gingen dann irgendwann nach 3 Stunden Autofahrt und einem Schläfchen zum Glück weg. Desty hielt es dann doch für sicherer mich Ihrem Cousin, welcher Arzt ist, vorzustellen. Sie zeigt uns eh ihr Heimatdorf und daher lag der Arzt auf dem Weg. Es sind schon sehr lustige Methoden – Blutdruck messen und mit einer normalen Taschenlampe ins Ohr geschaut, Diagnose : Wasser im Ohr. Bevor ich jedoch untersucht wurde, musste erst einmal gewartet werden. Eine Indonesierin fand meine Nase anscheinend äußert ansehnlich und sie fragte mich – bzw. Desty übersetzte – ob sie dieses nicht einmal anfassen dürfte. Der Grund, sie war Schwanger und glaubt daran, dass wenn sie meine Nase berührt ihr Kind eine ähnliche bekommt. Alle haben sehr gelacht und die Frau schien glücklich darüber zu sein. Nach dem Arztbesuch gingen wir dann zu Destys Tante, wo wir eine wirklich gute Bakso bekommen haben – eine Fleischbällchen Suppe. Der Garten der Familie bestand aus Reisfeldern und einem Fischteich, was uns die Gelegenheit gab wirklich schöne Bilder zu machen. Nach ein paar Stunden im Dorf mussten wir dann leider die Heimreise antreten. Dies bedeutete 5 Stunden Autofahrt bevor wir gegen 4 Uhr in Karawaci ankamen. Den letzten Tag verbrachten wir völlig enspannt, bevor es am nächsten Tag für Stefan wieder nach Hause ging. Es sollte noch einmal spannend werden. Wir trafen uns am morgen mit Desty, Rendi und Shena, um uns zu verabschieden. Nach einem ausgiebigen Frühstück bestehend aus Nudeln und Kaffee ging es zu Ryo. Er hat uns später zum Schneider gebracht, um Stefans Anzug abzuholen. Nachdem der Anzug bezahlt wurde sind wir wieder zu Anisa gefahren. So langsam saß uns dann aber die Zeit im Nacken und Stefans Gepäck musste noch geholt werden. Der Kampf mit dem Koffer, wurde glücklicherweise noch rechtzeitig gewonnen. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass sich auch ein blinder Passagier unter das Gepäck gemischt hatte, mein Reisepass. Zum Glück kommt Susan ja bald und bringt ihn wieder mit zurück. Nachdem wir endlich auf dem Weg zum Flughafen waren, stellte sich schnell raus, dass wir nicht pünktlich ankommen würden. Ein wenig Nervosität machte sich bei Stefan breit. Dementsprechend kurz viel die Verabschiedung aus, aber dafür wurde der Flug noch rechtzeitig erreicht.
Nachdem Stefan nun auf dem Weg nach Deutschland war, begann für mich die Zeit der Verabschiedungen, welche noch nicht ganz abgeschlossen sind. In zwei Tagen kommt Susan endlich. Als nächstes steht dann Silvester an und am 2 Januar geht es nach Kuala Lumpur. Dort muss als erstes das Visa in der indonesischen Botschaft beantragt werden. Am 6 Januar geht es dann zurück nach Indonesien und zwar auf die Insel Sumatra, wo uns Dschungel und Wildnis erwartet. Unsere zweite Station wird Surabaya sein, bevor es dann nach Bali geht. Dort werden wird ein Flug in Richtung Nursa Tangera gebucht, um auf Komodo Island die wilden Komodos zu finden. Danach wird sich nach Lombok durchgeschlagen, um auf den Gilli Islands zu relaxen. Die letzte Woche werden wir dann auf Bali verbringen und am 23 Februar geht es dann wieder zurück nach Kuala Lumpur, wo das restliche Geld – falls noch welches vorhanden sein sollte – in Souvenirs und Sachen investiert wird, je nachdem wie viel Platz der Rucksack noch bietet.
Ich gehe davon aus, dass dieser Eintrag der letzte für dieses Jahr sein wird. Wann der nächste Bericht kommt, steht jetzt noch nicht fest, da ich nicht weiß wann ich wo Internetzugang haben werde. Also seit gespannt, spätestens in Deutschland gibt es dann einen ausführlichen Bericht für alle die es interessiert. Ich wünsche allen für die bevorstehende Feier viel Spaß, Standfestigkeit und für die, die Böller und Raketen nicht so gern haben, gute Nerven. Zur Not muss der Schneeball her, um sich für Schrecksekunden zu rächen ;). Genießt die Zeit und bleibt alle Gesund, ich freu mich auch schon darauf alle wieder zu sehen. In diesem Sinne alles Liebe und Grüße aus Asien
Fabian
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Ich wünsche einen schönen guten Tag…


Nachdem ich ja lange nix mehr von mir hören lassen habe, dachte ich es sei mal wieder an der Zeit ein paar Zeilen zu schreiben. Wie ich schon im letzten Beitrag berichtet habe, ist der Alltag eingezogen, aus diesem Grund gab es auch so lange nix mehr zu Lesen. Das Semester neigt sich so langsam dem Ende, was bedeutet, dass ich fleißig an diversen Projekten arbeiten. In „Multimedia“ müssen wir als Abschlussprüfung ein Musikvideo abgeben und in „Radio Production“ soll eine 15-30 min Radioshow konzipiert und produziert werden, beide Projekte sind Gruppenarbeiten, welche wirklich Spaß machen. Man lernt ein bisschen was neues und kann sein bisheriges Wissen in diesen Bereichen weiter vertiefen. Für „ Political Communication“ muss ich immer mal den Stoff der letzten Wochen wiederholen, um auf etwaige Tests vorbereitet zu sein, ist aber ein interessantes Fach, so dass es nicht all zu schwer fällt dafür zu lernen. In meinem Lieblingsfach „Public Relation and Crisis Communication“ werden in den nächsten Wochen ebenfalls einige Gruppenarbeiten durchgeführt, in denen wir Fälle bearbeiten müssen, dies ist jedenfalls besser als die reine Theorie ;). Die Zwischenprüfungen verliefen sehr erfolgreich, es ist auch einmal schön in der Position des Kursbesten zu sein :D. Nun aber genug selbst gelobt.

Inzwischen bin ich im Fußballteam unserer Fakultät auch vollends integriert, auch wenn mir alle immer noch davon laufen, Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit ist einfach nicht mein Sportwetter. Die Saison hat Ende Oktober begonnen, genau zu meinem Geburtstag hatten wir unser erstes Spiel. Dieses haben wir 2:1 gewonnen, der Gegner war der Meister der letzten beiden Jahre.  Danach sind wir noch ein Geburtstagsbierchen trinken gegangen.

Vor ca. 2 Wochen war ich bei einem Kommilitonen in Jakarta für ein paar Tage, was eine sehr gute Entscheidung war. Seine Mutter hat ihm die Kreditkarte gegeben mit dem Satz: „..macht euch einen schönen Abend.“ Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen. Zusammen mit zwei Holländern (Bekannte von meinem Kommilitonen) sind wir zuerst in eine Lounge gefahren. Nach der Preisliste zu urteilen, handelte es sich dabei um eine eher feinere Einrichtung, dies wurde mir dann später auch bestätigt. Naja zur Einstimmung des Abends gab es erst einmal einen erfrischenden Cocktail gefolgt von einem 11€ Paulaner. Nachdem wir noch ein Stündchen im „Social House“ verweilten sind wir weitergezogen.  Dies war allerdings gar nicht so einfach, denn wir hatten vergessen, wo das Auto stand. Das kann hier wirklich schnell passieren, bei 9-stöckigen Parkhäusern. Nach 30 min Versteckspiel haben wir unser Gefährt auch gefunden. In der nächsten Bar angekommen, lüstete es uns nach einem Mixgetränk, also wurde eine Flasche Vodka, Orangensaft und RedBull bestellt. So hielten wir es dann auch bis ca. 1:00 aus. Pambudi (der Name meines Kommilitonen) befand die Mischung mit RedBull für außergewöhnlich gut, er kannte es vorher noch nicht. Doch so richtig müde waren wir nicht, also beschloss die Reisegruppe einen Club in Jakarta aufzusuchen. Mit ein wenig Bauchkribbeln (wir hatten alle nur T-Shirts an und normalerweise braucht man ein Hemd) ging es dann in Richtung Club. Man muss schon sagen Jakarta bei Nacht ist angenehmer als am Tag, kaum Verkehr, Tausende von Lichtern und eine wunderbare Skyline. An unzähligen Wolkenkratzern vorbei, fuhren wir zum Club. Am Türsteher angekommen wurde freundlich gelächelt und wir wurden durchgewunken. Der Club war nicht sehr groß, was mir an sich auch besser gefällt. Es lief Elektro- und House Musik zu welcher wir auch bis zum frühen Morgen tanzten. Irgendwann kam dann der Kellner und teilte uns mit, dass sie in 10 min schließen wollen. Wie sagt man so schön „ Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“. So ging es dann gegen 5:00 wieder nach Hause.  Am nächsten Tag haben wir uns dann erst einmal Sushi zum Mittag gegönnt. Der Rest des Tages verlief sehr ruhig, man könnte auch sagen, wir haben dem Vorabend Tribut gezollt.

Am darauffolgenden Wochenende, war unser erster Drehtermin angesetzt. Ich darf in unserem Musikvideo die Hauptrolle spielen, worauf ich nicht sonderlich scharf war aber mein doch sehr europäisches Aussehen ließ keine Gegenargumente zu. So darf ich nun einen Vespa-fahrenden Typen spielen und dazu so tun, als ob ich auf Bahasa (Landessprache in Indonesien) singen könnte. Spaß hat es aber trotzdem gemacht, auch wenn es an diesem Tag sehr heiß war und ich mit Hemd und langer Hose antreten musste.

Letztes Wochenende sind dann die ersten Besucher aus der Heimat angekommen- mein Bruder Philipp und Patty. Es war schon sehr witzig die beiden am Flughafen abzuholen. Philipp meinte dann auch gleich- „Da muss der kleine Bruder erst ins weite Ausland gehen, damit er ihn mal besuchen kommt“ –stimmt in Ilmenau war er noch nicht J. Dank eines anderen Kommilitonen Namens Ryo blieb den beiden auch die Taxifahrt erspart. Vom Flughafen sind wir direkt zum „Pasar Majestics“ gefahren, wo sich Philipp einen Anzug und ein Sportjacket schneidern lassen hat. Danach sind wir dann zum Hostel gefahren. „Hostel 35“ ist wirklich nur zu empfehlen. Den Abend haben wir dann mit ein paar Bintang (indonesisches Bier) ausklingen lassen. Am nächsten Morgen musste ich mich erst einmal um meine Visumsverlängerung kümmern. Also habe ich mich ins Taxi geschwungen und bin zum „international Office“ gefahren. Vor Ort hat mich Willy erwartet (ein Mitarbeiter einer Visa-Agentur) und mir einen anderen Mitarbeiter vorgestellt. Dieser hat mich dann ins Gebäude begleitet. Es ging in den 4. Stock, wo ich einer anderen Person vorgestellt wurde. Diese hat mich dann in den 2.Stock gebracht, um mich dort einer dritten Person zu übergeben, welche mich wieder in den 4. Stock begleitete. Ich hatte ja das Beispiel schon einmal am Anfang mit Asterix und Obelix und dem Haus was Verrückte macht :D. Nun gut, nach kurzem Warten wurde ich dann in einen Raum gebracht, wo man mir die Fingerabdrücke nahm und ein Bild machte. Der Mitarbeiter meinte als Begrüßung zu mir „That‘s no travelling, that‘s office“ dazu schaute er noch auf meine kurzen Hosen. Das Fettnäpfchen habe ich also mitgenommen und dabei wusste ich es doch eigentlich, in indonesischen Behörden muss man lange Hosen und feste Schuhe tragen (wenigsten das letztere hatte ich an). War aber alles halb so schlimm und nach 5 min war ich dann fertig. Also wieder ins Taxi und zurück zum Hostel. Dort habe ich dann Philipp und Patty beim Frühstück erwischt (dachte eigentlich, dass die beiden schon unterwegs seien, da wir uns für 13 Uhr verabredet hatten). Aber so war es besser, denn wir konnten nun gemeinsam Jakarta entdecken. Am ersten Tag, es war übrigens Montag, hat es uns zu erst nach Mangadua verschlagen. Dort gibt es einen großen Markt mit günstigen Klamotten. Die Kleidung hat uns allerdings nicht so wirklich überzeugt, es sah mehr so aus wie ein Kik Ausverkauf.

Die nächste Station hieß dann Glodok, Jakartas Chinatown. Nach kurzer Überzeugungsarbeit konnten wir Philipp überreden ein Padja, das ist eine Art Krause Duo (Moped mit drei Rädern), für den Weg zu nehmen. Vielleicht sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass in dieser Woche Obama in Jakarta war und somit das übliche Verkehrschaos um ein vielfaches getopt wurde. Glodok war wirklich super, viele Straßenhändler die Obst verkaufen und auch die ein oder andere ungewohnte Mahlzeit :D. Wir sind also staunend durch die Gassen geschlendert und haben versucht einen buddhistischen Tempel zu finden. Dies gelang uns auch nach kurzer Orientierungslosigkeit problemlos. Nach der Tempelbesichtigung haben Philipp und ich erst einmal eine Stärkung gebraucht und Bakso gegessen (Suppe mit Fleischbällchen). Da es dann doch schon früher Abend war und man wie gesagt erst einmal durch das Verkehrschaos kommen muss, sind wir mit dem Taxi zurück ins Hostel gefahren. Den Abend haben wir dann wieder ruhig ausklingen lassen. Für den nächsten Tag war Kota (historisches Viertel), Monas, Moschee, Museum Nasional und die Anzuganprobe für Philipp vorgesehen. Nach einer Pfannkuchen- und Saft-Stärkung schnappten wir uns wieder ein Taxi und machten uns zuerst auf den Weg nach Kota. Das Viertel besteht mehr oder weniger aus einem Platz. Nachdem wir den besagten Platz ausführlich besichtigt hatten, wollten wir uns noch eine Brücke, welche an sich in der Nähe des Platzes sein sollte, anschauen. So umrundeten wir den das Zentrum einmal danach ging es in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg haben wir dann gefragt, wo diese Brücke denn sei, man teilte uns mit, dass wir wieder in die andere Richtung müssten. Also kehrt marsch und wieder planlos in Richtung des Platzes. Irgendwann sind wir dann einfach mal nach unserem Bauch gelaufen. Dieser hat uns weg vom touristischen Treiben gebracht und wir sind mitten in der 20 Mio. Stadt in ein Viertel gekommen, wo wir von Hahn, Henne und wirklich freundlichen Indonesiern begrüßt wurden. Eine Bewohnerin konnte auch ein bisschen Englisch und sie schien uns angesehen zu haben, dass wir nicht so richtig wissen wohin. Also versuchten wir ihr mittels Englisch und Touristenbahasa zu vermitteln, dass wir den Fluss suchen. Dies löste in ihrem Gesicht ein wenig Verwunderung aus. Sinngemäß: Warum wollen Sie denn zum Fluss? Der ist schwarz, dreckig und stinkt, so wie der Müll hier – sie zeigte auf einen größeren Müllberg in unserer Nähe. Aber wer kann die Europäer schon verstehen, also führte sie uns an weiteren Müllbergen und Bretterhütten vorbei in einen Hinterhof. Von dort aus konnten wir den Fluss sehen, aber natürlich war es nicht das was wir gesucht hatten. Wir standen nämlich mitten in einem Slumviertel. Dennoch war es ein schönes Erlebnis mal zu sehen, wie die Ärmeren in Jakarta so leben. Nach diesen Eindrücken beschlossen wir, dass es die Brücke, nach der wir suchten, nicht gibt. Wir riefen uns ein Taxi und fuhren zur Kirche. Diese hatte allerdings geschlossen, so dass wir sie nur von außen betrachten konnten. Nach einem kurzen Rundgang, beschlossen wir uns die gegenüberliegende Moschee anzuschauen. Also die Hacken in die Hand genommen und über die Mörderstraße gesprintet. Am Eingang hieß es dann erst einmal Schuhe aus. Ein netter Mitarbeiter hat uns dann in einen Raum geführt und uns die passende Kleidung zugeteilt. Danach hat er uns in die Weiten der Moschee gebracht und mit gebrochenem Englisch uns erklärt, dass der verwendete Stahl aus Deutschland kommt, das war allerdings nicht die einzige Info die er für uns hatte. Bis zu 200.000 Menschen können in der Moschee, welche die 3 Größte der Welt ist, zeitgleich beten. Am Ende der Tour wurden sich dann noch Hände, Gesicht und Füße gewaschen. Die nächste Station hieß dann Monas, das indonesische Nationaldenkmal. An sich war es an diesem Tag geschlossen, doch durch ein nicht ganz geschlossenes Tor konnten wir uns Zutritt verschaffen. Nach ein paar Metern wurden wir dann auch schon von einer Gruppe Indonesiern entdeckt und wie schon erwähnt, sind Europäer mindestens genauso interessant wie die Sehenswürdigkeiten. So kam ein schüchternes Gruppenmitglied auf uns zu und fragte uns, ob er denn ein Foto machen dürfte. Nett wie wir nun mal sind stimmten wir zu. Daraufhin sprinteten die anderen Gruppenmitglieder auf uns zu und wir waren umzingelt. Für das Foto wurde sich dann höflich bedankt und wir konnten weiterziehen. Nach der Besichtigung des Monas brauchten wir etwas Essbares. Somit wurde der nächste Nudelsuppenstand aufgesucht. Die Betreiber waren ebenfalls sehr gesprächig und an der ein oder anderen Habseligkeit unsererseits interessiert, doch mit einem bestimmtem „tidak“ (nein) konnten wir alles behalten. Das Restprogramm sah dann noch das Nationalmuseum und die Anprobe vor. Nach der erfolgreichen Anprobe und einem preisgünstigen Abendessen, machten wir uns wieder in Richtung Hostel. Der Abend endete ähnlich wie die beiden anderen zuvorJ nur ging es dieses Mal nicht ganz so lang, denn am nächsten Tag mussten die beiden ja auch ihren Flug kriegen und ich durfte um 5 Uhr aufstehen, um mich mit einer Kommilitonin zu treffen, welche mich mit nach Lippo genommen hatte. So nun hoffe ich, euch nicht mit zuviel Text gelangweilt zu haben. Sobald es wieder etwas Neues gibt und von mir als interessant genug befunden wurde; um es zu veröffentlichen, werde ich ein paar neue Zeilen schreiben. Bis dahin bleibt gesund, genießt die kalte Jahreszeit (so ein bisschen vermisst man es dann doch) und trinkt einen Glühwein für mich mit J.

DADA / Tschüß
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Kulturelle Weiterbildung


Nachdem es ja seit Längerem nichts von mir zu lesen gab, habe ich mir gedacht, dass ich mal wieder ein Update schreiben sollte.
So langsam stellt sich hier der Unialltag ein, Hausaufgaben, Tests und ein paar praktische Aufgaben müssen erledigt werden. In ca. 2 Wochen sind auch Zwischenexamen, also bin ich zur Zeit fleißig am Lesen und praktisch arbeiten.
Doch bevor es ans Lernen ging, feierten die Muslime ihren Lebaran, das Ende der Fastenzeit, welches vergleichbar mit unserem Weihnachten ist. Da in Indonesien der Großteil der Bevölkerung muslimisch ist, gab es eine Woche frei.
In dieser Woche durfte ich auch 1 Tag den Lebaran mitfeiern, worüber ich mich sehr gefreut habe. Die ganze Familie kommt zusammen und genießt eine Menge Köstlichkeiten. Es war wirklich eine schöne Zeit.
Natürlich habe ich in den Ferien noch ein wenig mehr gemacht. Ryo und ich sind nach Solo gefahren, ca. 500km von Jakarta entfernt, in Central Java.

Wir entschieden, dass der Bus das geeignetste Transportmittel für uns war. Ca. 16 Uhr ging es los in Richtung Solo, 12h später kamen wir schließlich an. Dort erwartete uns Ryos Onkel, der uns aus dem „Nirgendwo“ abholte. Nach ein paar Stunden Schlaf haben wir uns dazu aufgemacht die ersten Tempel zu besuchen. Das Ziel waren die Prambanan Tempel.

Hindu Tempels

Diese waren wirklich beeindruckend, auch wenn ich noch total geschafft von der Fahrt war. Ryo, seine Cousinen und ich verbrachten ca. 3 Stunden dort und schauten uns alles ganz genau an. Danach gingen wir erst einmal lecker Ente essen, um unseren Energiehaushalt wieder aufzufüllen.

Am Dienstag sollte es früh um 7 Uhr los gehen, aber einige von uns verschliefen es, so dass wir uns erst gegen 11 Uhr in Richtung Borobudur, einer der größten noch existierenden buddhistischen Tempel in Südostasien, aufmachten. Erbaut wurde der Tempel ca. um das Jahr 800 und gehört mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Fahrt zum Tempel war schon ein wenig abenteuerlich, da wir den öffentlichen Bus nehmen mussten, ich sage nur indonesischer Fahrstil. Mit der Rikscha ging es dann zur Tempelanlage. Da zu diesem Zeitpunkt gerade Ferien waren, war es schon ziemlich voll, aber das schmälerte die Kulisse in keinem Fall.

Am Mittwoch haben wir uns dann ins Stadtleben gestürzt und sind nach Yogyakarta gefahren. Dort ging es nach „Malioboro“ , eine Einkaufsmeile im Stadtzentrum. Es waren, wie fast überall in Indonesien, sehr viele Menschen unterwegs. „Malioboro“ hat mir wirklich super gefallen, es war eine tolle Atmosphäre, all die Menschen und die Geschäfte, zwischendurch Straßenhändler und Rikschas, das pulsierende Leben halt.

Soviel erst einmal von mir. Ich werde, sobald es etwas Neues gibt, wieder Bericht erstatten.

Bis dahin bleibt gesund, auf bald Fabian.

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Ausflug in die indonesische Küche


So…nach einer längeren Pause, bedingt durch meine Hausarbeit, gibt es mal wieder ein Update von mir. Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in die indonesische Küche geben. An sich ist es nicht schwer indonesisch zu kochen, man benötigt nur Erdnüsse ,Kokosmilch, Zitronengras, viel Chili und eine Menge Reis. Der erste Teil meiner kulinarischen Reise hat mich nach meiner Ankunft zuerst in einen Supermarkt geführt. Die sehen hier nicht viel anders aus als bei uns, bis auf die Tatsache, dass es mehrere  Geruchszonen gibt. Am ungewöhnlichsten ist sicher der Geruch der landestypischen „Durain“ Frucht. Gibt es diese in der Obstabteilung zu kaufen, so muss man schon ein wenig abgehärtet sein um den Supermarkt betreten zu können, denn die Frucht riecht nicht gerade nach einer PinaColada. Leider kam ich bis jetzt noch nicht dazu mir eine zu kaufen, werde ich aber demnächst nachholen. Ansonsten gibt es immer eine riesige Fisch- und Fleischtheke. In der Gemüseabteilung findet man jegliche Arten von Gewürzen und die größeren Supermärkte haben noch eine Ecke mit Trockenfisch und Trockenfleisch.

Indonesier sind was das Essen angeht sehr genügsam, Hauptsache Reis ist in Massen erhältlich. Die Preise für eine Mahlzeit variieren je nach Gericht und Ort. Als Student bin ich natürlich auf der Suche nach den günstigeren Plätzen und diese müssen nicht einmal schmutzig sein. So bezahle ich meistens für ein Gericht zwischen 12000 und 30000 IDR (1,20€ – 2,80€). Das Beste, was man meiner Meinung nach Essen kann ist der Fisch. Es gibt alle möglichen Arten von tropischen Meerestieren – Barrakuda, Shrimps usw.- meist mit Zitronengras und Chili zubereitet. Hier mal ein Beispiel:

Neben dem besten Fisch, welchen ich je essen durfte, gibt es allerdings auch noch andere Leckereien. So ist ein anderer Favorit von mir Soto Ayam. Eine Suppe, welche aus Kokosmilch und Zitronengras besteht und mit Hühnchen und Gemüse verfeinert wird.

Eine weiteres Nationalgericht ist „Gado Gado“ oder auch einfach „indonesischer Salat“. Dieses Gericht ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig, da es anders schmeckt als man es erwartet. Es besteht zum größten Teil aus Gemüse und Tofu. Das Dressing ist eine Art süße Soße, welche aus Erdnüssen gemacht wird.

Wenn man in Indonesien etwas essen will dann ist das nicht schwer. Überall an der Straße und in den Gassen findet man Imbissstände. Beliebt ist hierzulande „Sate“, Fleisch am Spieß welches gegrillt wird. Der Nahrungssuchende kann zwischen Lamm oder Hünchen wählen. Das Fleisch wird dann direkt gegrillt und mit einer Erdnusssoße und Reis serviert. Muss man unbedingt mal probiert haben.

Die indonesische Küche ist durchaus auch offen für neue Einflüsse. So findet man auch Ähnlichkeiten zur japanischen und chinesischen Esskultur. Ein Beispiel dafür ist „Porredge“, eine Art Haferschleim aus Reis mit süßem Fleisch. Es war ein wenig gewöhnungsbedürftig was allerdings auch an der Tageszeit gelegen haben kann, es war 8:00 Uhr morgens.

Neben Reis gibt es natürlich auch Nudeln, wie man es aus Asien kennt. Die Nudelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Auch wenn Reis, dass am häufigsten konsumierte Lebensmittel ist gibt es eine Vielzahl an verschiedensten Nudeln: dicke, dünne, rote und grüne. Ich habe mich mal an die grünen gewagt „Mie Hijau Ayam Babi“. Es war eine Nudelsuppe mit Hühnchen und Schweinefleisch, welche wirklich lecker war und das auch zum Frühstück :).

Das soll es erst einmal wieder gewesen sein. Ich denke, dass ich noch einige Gerichte probieren werde und euch, was Sachen Esskultur angeht, weiter auf dem laufenden halten werde. In den nächsten Tagen gibt es dann wieder ein Update. Bis dahin bleibt gesund und genießt das Leben.

Viele Grüße

Fabian

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Uni-Start und ein paar Pläne für die nächste Zeit


Am Mittwoch bekam ich meinen Stundenplan. Die Kurse, welche ich jetzt belegt habe, sind völlig andere als die die im Vorfeld zur Auswahl standen, darüber war ich allerdings nicht sonderlich enttäuscht. Folgende 4 Fächer werde ich dieses Semester besuchen: „Crisis Communication +  PR“, „Political Communication“, „Radio Production“ und „Multimedia“.

Ich kann fast jeden Tag mit Ryu (orangenes T-Shirt) zur Uni fahren, so dass ich nicht mit dem Bus fahren muss. Es ist im allgemeinen sehr praktisch, dass ich mit Ryu und Yosh (weißes T-Shirt) zusammen wohne,  sie zeigen mir eine Menge, auch abseits des Campus.

Donnerstag waren wir traditionell indonesisch essen. Ich hatte ein indonesisches Curry, was super geschmeckt hat. Ohne die beiden, hätte ich diesen Platz nie gefunden. Auch sonst sind hier alle sehr hilfsbereit und aufgeschlossen. Gerade sind wir dabei ein paar Pläne für die Ferien, welche hier in ca. 2 Wochen anfangen,  zu schmieden. Josh will mich mit nach Bandung, eine größere Stadt in der Nähe von Jakarta, nehmen. Mit Ryu plane ich zu einem Vulkan zu fahren, diesen kann man besteigen und Eier in einer heißen Quelle kochen. Ansonsten stehen noch ein bis zwei Trips nach Jakarta, wo wir am Mittwoch und am Freitag waren, an. Das was ich bis jetzt von Jakarta gesehen habe war nicht wirklich so neu, bis auf den Verkehr, der hier einfach verrückt ist. Lippo Karawaci (hier wohne ich) und Jakarta sind schon sehr durch Amerika geprägt. Hier kann man eher das moderne Indonesien erleben, was allerdings nicht viel anders ist als bei uns, McDonalds, KFC, Starbucks usw. sowie eine Menge Malls  und lauter Hochhäuser.

Mit Yosh habe ich bereits ausgemacht, dass ich ihn vielleicht auf Bali besuchen komme. Er fliegt im Dezember nach Hause, was super in den Zeitplan von Susan und mir passen würde. Aber für die genaue Reise, im Anschluss an das Semester, werde ich mich noch mal mit allen zusammensetzten.

Das war es erst einmal soweit von mir. Ich werde, sobald es etwas spannendes zu berichten gibt, wieder einen neuen Artikel verfassen :D. Bis dahin gehabt euch wohl und genießt die Zeit 😉

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Die Wohnungssuche


Nach 4 Tagen im Hotel bin ich am Mittwoch endgültig in Indonesien angekommen. Eine lange und aufregende Suche ging letztendlich zu Ende. Alles begann mit dem Telefonat mit William. Er hat mich an seinen Freund verweisen, welcher ein Apartment in den „Amarapura Tower“ zu vermieten hatte.

Ich habe mich mit Tarwot Jo verabredet, um mir das Ganze mal anzuschauen und wartete schließlich in der Lobby des Wolkenkratzers, für ca. 30 min :). Tarwot Jo war ein sehr freundlicher Mann, der auch gut und gerne in einem Mafiafilm mitspielen kann, langes Hemd, Sonnenbrille und Anzugshose. Wir fuhren in den 25. Stock und ich schaute mir das Apartment an. Leider musste ich feststellen, dass es so gar nicht in mein Budget passte. Das Apartment hatte 3 Schlafzimmer, ein Bad und eine Wohnküche, viel zu groß für mich alleine. Nach einem netten Gespräch, rief Tarwot Jo seinen Freund an, welcher gerade ein Haus baut, die Betonung liegt auf „baut“ :D. Also fiel diese Option für mich ebenfalls raus. Allerdings gab es noch ein anderes Apartment, etwas außerhalb vom Zentrum, was zu vermieten war. Tarwot Jo gab mir die Nummer von Ninta, sie sollte mich am nächsten Morgen abholen. Ich rief sie an und wir machten uns einen Termin für 9 Uhr aus. Wir sind also zu dem Apartment gefahren, welches in einer Wohnsiedlung lag, die ca. 10 min von der Uni entfernt ist. So richtig überzeugt war ich von der Wohnung allerdings nicht, so dass ich mich weiter auf die Suche begeben musste.

Ich hatte mir aus dem Admissioncenter einige Flyer besorgt und so telefonierte ich ein bisschen herum. Leider kam dabei auch nicht wirklich etwas produktives heraus. Wie es der Zufall wollte hatte ich am Morgen eine Studentengruppe nach den Weg gefragt, dabei sind wir kurz ins Gespräch gekommen und haben am Ende Nummern ausgetauscht. Dies sollte letztendlich mein Problem lösen. Darwin, einer der Studenten, hat mir die Nummer seiner Vermieterin geschickt, welche ich auch gleich angerufen habe. Doch leider hatte sie nur noch Zimmer für Frauen übrig. Nach diesen ganzen Rückschlägen, beschloss ich erstmal die Zimmersuche sein zu lassen und so verabredete ich mich mit Darwin zum Basketball. Nachdem wir zusammen ein paar Körbe geworfen hatten, schilderte ich nochmals meine „Zimmerproblematik“, zuvor hatte ich mir ein günstiges Hostel aus dem Internet rausgesucht. Ich fragte Darwin und seine Freunde, wo denn das Hostel ist. Freundlich wie die Indonesier sind, haben sie mir angeboten mich dorthin zu begleiten. So bin ich mit Cathy und Albert zu dem Hostel gefahren. Das Zimmer, was ich mir angeschaut hatte, war ok und hätte für eine Weile völlig gereicht. Dennoch wollte ich mich noch nicht festlegen. Auf dem Rückweg zur UPH hat mir Albert von einem Freund erzählt, bei dem noch einige Zimmer frei sind. Er bot mir an ihn zu fragen, ob es möglich wäre, die Zimmer zu besichtigen.

Nach einer erneuten Runde Basketball sind Cathy, Albert, Anthony (Cathys Cousin), Yosh (bei ihm war das Zimmer frei) und ich zu dem Haus gefahren. Ich schaute mir das Zimmer an und sagte sofort zu. Saubere Wohnung, schöne Gegend, ausreichende Platz und nette Mitbewohner. Endlich war die Zimmersuche beendet. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, um den Umzug perfekt zu machen. Nun wohne ich also bei Josh und Ryu und bin total erleichtert, dass ich etwas gefunden habe.

Lektion 1: Manchmal muss man einfach nur fragen und auf sein Bauchgefühl hören, dann erledigen sich die Dinge wie von selbst.

Hier wieder einige Bilder von meinem neuen Zuhause:

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