Leben und studieren in Indonesien

Verspäteter Dezemberbericht


HOHOHO…
Das Semester ist zu Ende und Weihnachten war ja auch noch. Pünktlich zum besinnlichen Fest kam die Sonne raus und das Thermometer kletterte auf 32 Grad. Genau die richtigen Bedingungen sich auf die Terrasse zu setzen, einen Mangosaft zu trinken, die Moscheeansagen mit dem Soundtrack von „My Blueberry Nights“ zu übespielen und ein paar Zeilen zu schreiben. Zuerst gibt es einen Kurzbericht über die Zeit nach den Prüfungen, bevor ich ausführlich über Stefans Besuch berichten werde. Daher möchte ich beginnen mit einem Kurztrip nach Bandung. Nach den Prüfungen hat mich Ryo mit zu seinem Onkel genommen, wo ein monatliches Familientreffen stattfand. Es gab allerhand zu Essen und viele nette Gespräche. Zum Schluss haben mir sein Onkel und seine Tante noch ein paar Geschenke für meine Eltern mitgegeben, was ich sehr nett fand. So etwas wäre in Deutschland nicht möglich. Man stelle sich vor, jemandem wirklich verhältnismäßig teure Geschenke zu geben für Personen, die man gar nicht kennt. Es ist immer wieder überraschend wie nett die Menschen hier sind.
Zu Weihnachten kann ich an dieser Stelle nur ein paar Sätze schreiben. Dies fiel in diesem Jahr sehr sparsam aus, da es hier kaum gefeiert wird und Familie und Freunde 10.881 km entfernt sind. Ich bin mit Josh, meinem Mitbewohner, an Heiligabend Sushi essen gegangen. So gab es in diesem Jahr keine Forelle sondern Aal, Octopus und einen Sake zum Anstoßen. Am ersten Weihnachtsfeiertag bin ich wieder nach Bandung gefahren und habe Tsani und Historina besucht. Die beiden haben 2009 an der „International Student Week Ilmenau“ teilgenommen und für diese Zeit wohnten sie bei. Sie haben mir 2 Tage Bandung ausführlich gezeigt und so konnte ich auch auf meinen ersten Vulkan steigen :). Man konnte schon aus der Ferne erkennen, dass es sich um einen Vulkan handelt, der Schwefelgeruch ließ keinen Zweifel zu. Ist schon ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis. Nach meinem ersten Vulkan durfte ich auch meine erste Durian Frucht essen. Es gibt angeblich nur 2 Gruppen von Menschen, die einen lieben die Frucht und die anderen können sie nicht ausstehen. Ich gehöre dann wohl zu keiner von beiden und eröffne die dritte Gruppe „so mittelmäßig“. Der Geruch ist wirklich unangenehm und kann bei dem ein oder anderem schonmal Kopfschmerzen hervorrufen. Das Fruchtfleisch ist sehr schleimig und man lutscht es von einem Kern ab. Der Geschmack lässt sich nur schwer beschreiben, so wie süßes Fleisch würde ich sagen. Wenn ihr die Gelegenheit habt macht ihr euch am besten selber ein Bild davon. Leider verging die Zeit in Bandung viel zu schnell und ich musste wieder nach Hause.

Wie schon beschrieben ist das Semester zu Ende und alle Prüfungen gelaufen. Für mich war es ein doch relativ entspanntes Uni-Jahr, was jedoch viel Spaß gemacht hat. Die Prüfungen waren gut und ich kann gelassen an die Reiseplanungen gehen. Doch bevor ich mich um Routen, Flugzeiten und Hostels kümmern konnte, galt es noch den 2 Besuch aus Deutschland zu versorgen.
Stefan kam am 10.12 mit einem breiten Grinsen im Gesicht in Jakarta an. Es war ja schließlich für ihn der erste Flug und dann gleich mal 17 Stunden, wie gut, dass man solche Freunde hat. Am ersten Abend haben wir bei Adi genächtigt. Da uns Ryo am nächsten Tag zum Schneider gebracht hat – die beiden sind Nachbarn. Ja mittlerweile kenne ich mich auf dem „Pasar Majestics“ bestens aus, schließlich war ich nun schon 9 mal dort. Der Schneider wird wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens gemacht haben ☺. Nachdem alle Maße von Stefan genommen wurden haben wir uns gleich in ein Padja gesetzt und sind zum Busterminal gefahren. Von dort aus ging es quer durch die Stadt nach Glodok und Kota, wo wir ein bisschen herum gelaufen sind und 2 Tempel besichtigt haben. In einem war ich dann auch erfolgreich und konnte mein erstes Mitbringsel erwerben. Jetzt muss nur noch die Frage beantwortet werden, wie ich dies, 2 Monate mit mir herumschleppen soll, für Hinweise bin ich sehr dankbar. Nach der Stadtbesichtigung haben wir uns wieder mit Adi und Ryo getroffen und sind zu Anisa gefahren, einer Kommilitonin von mir. Am Abend, nach einem anstrengendem Großstadttag, haben wir uns noch ein Bierchen auf der Terrasse gegönnt und sind später erschöpft ins Bett bzw. auf die Isomatte gefallen. Der nächste Tag stand wieder ganz im Zeichen – Großstadt. Die Nacht war für uns recht lang, so dass wir erst gegen 15 Uhr nach Jakarta sind. Als erstes wurde wieder einmal nach Essen Ausschau gehalten. Nach der Stärkung mit frischem Seefood haben wir uns ein Taxi besorgt und sind zum Monas gefahren. Leider waren wir an diesem Tag ein wenig zu Spät und wir konnten nicht mehr auf die Spitze, dieses Unglück, sollte uns dann ein weiteres mal ereilen, wodurch das Happy End ausblieb. Nach der Monasenttäuschung haben wir dann beschlossen in die Grand Indonesia – die größte Mall in Indonesien – zu gehen bevor wir wieder mit dem Taxi nach Hause sind. Den Abend haben wir so wie den anderen ausklingen lassen. Am nächsten Tag ist Stefan in Richtung „Tidung Island“ – eine Insel der Gruppe „Pulau Seribu“, welche vor Jakarta liegt – aufgebrochen. Weckerklingeln Früh um 4:30 ist echt nicht meine Welt, es half aber nix schließlich war 6 Uhr Treffpunkt am Hafen. Also raus aus dem Bett , unter die Dusche, irgendwie wach werden und wieder ins Taxi. Der Taxifahrer sah sichtlich verunsichert aus – was wollen wir denn am Hafen bzw. in „Mura Anke“ ? Doch es half nix, egal wie oft er nachfragte wir blieben bei unserer Entscheidung, dass wir zu diesem Hafen wollen.ein Fischerhafen mit sehr neuartigen Gerüchen Nach einer Weile haben wir es auch geschafft dem Taxifahrer zu erklären, dass es ok ist wenn er uns einfach raus lässt und wir uns dann durchfragen. Es stellte sich dann wie vermutet heraus, dass es kein Problem war Desty zu finden. Desty war Stefans „Reiseleiterin“ , mit ihr hatten wir alles ausgemacht. Stefan wurde sicher abgeliefert, jetzt war nur noch das Problem wieder nach Hause zu kommen, um für meine Prüfung am nächsten Tag zu lernen. Kurz mit dem Padjafahrer verhandelt und es ging in Richtung Taxistand. Die nächste Zeit, verbrachte ich dann mit lernen. Am Mittwoch kam Stefan auch schon wieder von der Insel. Das hieß wieder Weckerklingeln zu einer unmenschlichen Zeit, ins Taxi und zum Hafen. Stefan kam sichtlich entspannt am Hafen an und wir sind direkt zur Anzugsanprobe gefahren. Der Anzug saß schon fasst wie angegossen somit mussten wir auch nicht lange beim Schneider zu bringen. Anzugsprobe abgeschlossen, Monas die Zweite. Wie ebenfalls schon erwähnt sollte auch der zweite Besuch am Monas nicht erfolgreich verlaufen. An diesem Tag hieß es: „Tut uns leid, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen“. Ok es sollte halt nicht sein. In Karawaci angekommen wurde sich dann erst einmal wieder mit einer Portion Nudeln gestärkt. In einer gemütlichen Bar hat mir Stefan dann die Bilder von der Insel gezeigt, was mich schon ein wenig neidisch gemacht hatte ;). Für mich stand der nächste Tag ganz im Zeichen meiner letzten Prüfung. Diese wurde dann auch erfolgreich hinter sich gebracht und meine Ferien konnten nun auch starten. Einen Tag zuvor hatten wir durch hartes verhandeln eine Tour nach Pangandaran  gebucht

Ich sage nur: „immer erstmal die hälfte“. Somit mussten wir dieses quälende Weckerklingeln erneut zu einer unchristlichen Zeit ertragen, es sollte am Freitag 6 Uhr los gehen. Schließlich fährt man auch gute 7 Stunden. Der selbe, roboterähnliche Ablauf wie schon die anderen Tage, schlaftrunken und mürrisch ins Bad, duschen und hinein in die blaue Taxiwelt (die Taxen sind hier blau). Pangandaran wurde 2006 von einem schweren Tsunami getroffen. Die Spuren sind teileweise noch sichtbar, da wo an sich Palmen stehen sollten, befindet sich nur eine freie Fläche. Trotzdem war es eine super Tour. Als wir schließlich am späteren Nachmittag ankamen sind wir gleich direkt zum Strand, auch wenn das Wetter nicht sehr Strandtauglich war. Der leichte Regen hielt uns aber nicht davon ab die Wellen zu testen. Das Wasser war angenehm warm und bot somit den optimalen Einstieg in die Ferien. Nach der Erfrischung haben Stefan und ich uns noch einen Gerstensaft besorgt und dann wurde gespeist – wirklich leckeres Seefood. Der Abend verlief dann sehr entspannt. Durch eine geborgte Gitarre kam ein wenig Lagerfeuerstimmung auf und der nächtliche Strandspaziergang bot den ein oder anderen Schnappschuss. Für den nächsten Tag war wieder frühes Aufstehen geplant, jedoch nur für die, die sich ein morgendliches Bad im Ozean nicht entgehen lassen wollten. Ich konnte mich aus dem Bett bemühen, was man von meinem Zimmerpartner nicht sagen konnte. Auch durch längeres auf die Nerven gehen, lies er sich nicht bewegen und somit fand der Spaß ohne ihn statt. Der Morgen begrüßte uns mit blauem Himmel, Sonnenschein und einem leichten Wellengang. Letztere luden ausgiebig zum „Bodyborden“ ein. Nach einer Stärkung, machte sich die Reisegruppe auf – wir waren 6 Leute – den Green Canyon zu erobern. Zuvor musste eine ca. 2 stündige Fahrt, vorbei an Reisfeldern, Küstenstreifen und unzähligen Palmenwäldern, hinter sich gebracht werden.

Am Green Canyon wurden noch schnell die Badesachen angezogen und dann hieß es auch schon „los geht’s“.Mit einem kleinen Boot sind wir Flussaufwärts mitten durch Dschungellandschaften gefahren, jede Kurve brachte neue Szenarien hervor. Nach gut 30 Minuten kamen wir am Ankeplatz an. Von dort an hieß es Schwimmweste an und ab ins Wasser. Ich kann mir vorstellen, dass wir ziemlich lustig ausgesehen haben müssen, so wie wir uns dort über die Felsen gequält haben. Den Indonesiern hat man die spitzen und unförmigen Felsen, welche sich in den Fuß gebohrt haben natürlich nicht angemerkt. Wir stiegen also über einige Felsen und hangelten uns von einer Sicherheitsleine zur nächsten bis wir an einem Felsen ankamen, der für Sprungeinlagen geeignet war. Es hieß raus aus dem Wasser und rauf zum Felsen. Ich hatte immer in Erinnerung, dass mir solche Sprungeinlagen nicht viel ausgemacht haben, zumindest früher. Doch als ich dann so auf dem Felsen stand und nach unten schaute merkte ich doch die Pulsschlagerhöhung. Naja Augen zu und durch. Mit ausreichend Anlauf und einem beherzten Absprung landet ich wieder im kühlen Fluss. Stefan hat das ganze natürlich auch mit Bestnote gemeistert. Kurz nach dem Sprung hatte ich dann erstmal für eine Weile Ohrenschmerzen, wirklich ungenehm. Diese gingen dann irgendwann nach 3 Stunden Autofahrt und einem Schläfchen zum Glück weg. Desty hielt es dann doch für sicherer mich Ihrem Cousin, welcher Arzt ist, vorzustellen. Sie zeigt uns eh ihr Heimatdorf und daher lag der Arzt auf dem Weg. Es sind schon sehr lustige Methoden – Blutdruck messen und mit einer normalen Taschenlampe ins Ohr geschaut, Diagnose : Wasser im Ohr. Bevor ich jedoch untersucht wurde, musste erst einmal gewartet werden. Eine Indonesierin fand meine Nase anscheinend äußert ansehnlich und sie fragte mich – bzw. Desty übersetzte – ob sie dieses nicht einmal anfassen dürfte. Der Grund, sie war Schwanger und glaubt daran, dass wenn sie meine Nase berührt ihr Kind eine ähnliche bekommt. Alle haben sehr gelacht und die Frau schien glücklich darüber zu sein. Nach dem Arztbesuch gingen wir dann zu Destys Tante, wo wir eine wirklich gute Bakso bekommen haben – eine Fleischbällchen Suppe. Der Garten der Familie bestand aus Reisfeldern und einem Fischteich, was uns die Gelegenheit gab wirklich schöne Bilder zu machen. Nach ein paar Stunden im Dorf mussten wir dann leider die Heimreise antreten. Dies bedeutete 5 Stunden Autofahrt bevor wir gegen 4 Uhr in Karawaci ankamen. Den letzten Tag verbrachten wir völlig enspannt, bevor es am nächsten Tag für Stefan wieder nach Hause ging. Es sollte noch einmal spannend werden. Wir trafen uns am morgen mit Desty, Rendi und Shena, um uns zu verabschieden. Nach einem ausgiebigen Frühstück bestehend aus Nudeln und Kaffee ging es zu Ryo. Er hat uns später zum Schneider gebracht, um Stefans Anzug abzuholen. Nachdem der Anzug bezahlt wurde sind wir wieder zu Anisa gefahren. So langsam saß uns dann aber die Zeit im Nacken und Stefans Gepäck musste noch geholt werden. Der Kampf mit dem Koffer, wurde glücklicherweise noch rechtzeitig gewonnen. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass sich auch ein blinder Passagier unter das Gepäck gemischt hatte, mein Reisepass. Zum Glück kommt Susan ja bald und bringt ihn wieder mit zurück. Nachdem wir endlich auf dem Weg zum Flughafen waren, stellte sich schnell raus, dass wir nicht pünktlich ankommen würden. Ein wenig Nervosität machte sich bei Stefan breit. Dementsprechend kurz viel die Verabschiedung aus, aber dafür wurde der Flug noch rechtzeitig erreicht.
Nachdem Stefan nun auf dem Weg nach Deutschland war, begann für mich die Zeit der Verabschiedungen, welche noch nicht ganz abgeschlossen sind. In zwei Tagen kommt Susan endlich. Als nächstes steht dann Silvester an und am 2 Januar geht es nach Kuala Lumpur. Dort muss als erstes das Visa in der indonesischen Botschaft beantragt werden. Am 6 Januar geht es dann zurück nach Indonesien und zwar auf die Insel Sumatra, wo uns Dschungel und Wildnis erwartet. Unsere zweite Station wird Surabaya sein, bevor es dann nach Bali geht. Dort werden wird ein Flug in Richtung Nursa Tangera gebucht, um auf Komodo Island die wilden Komodos zu finden. Danach wird sich nach Lombok durchgeschlagen, um auf den Gilli Islands zu relaxen. Die letzte Woche werden wir dann auf Bali verbringen und am 23 Februar geht es dann wieder zurück nach Kuala Lumpur, wo das restliche Geld – falls noch welches vorhanden sein sollte – in Souvenirs und Sachen investiert wird, je nachdem wie viel Platz der Rucksack noch bietet.
Ich gehe davon aus, dass dieser Eintrag der letzte für dieses Jahr sein wird. Wann der nächste Bericht kommt, steht jetzt noch nicht fest, da ich nicht weiß wann ich wo Internetzugang haben werde. Also seit gespannt, spätestens in Deutschland gibt es dann einen ausführlichen Bericht für alle die es interessiert. Ich wünsche allen für die bevorstehende Feier viel Spaß, Standfestigkeit und für die, die Böller und Raketen nicht so gern haben, gute Nerven. Zur Not muss der Schneeball her, um sich für Schrecksekunden zu rächen ;). Genießt die Zeit und bleibt alle Gesund, ich freu mich auch schon darauf alle wieder zu sehen. In diesem Sinne alles Liebe und Grüße aus Asien
Fabian
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3 Antworten

  1. keule

    jaja war ne schöne zeit am liebsten würde ich gleich nochnal zurück fahren das einzige was mich gestört hat war das nervige wecken von dir viel spaß grüß mir die anderen bis bald

    Dezember 28, 2010 um 4:46 am

  2. Brigitte

    Hallo, schön den Reisebericht zulesen und zu wissen das alles gut gelaufen ist.
    Du erlebst gerade eine tolle Zeit, beneidenswert. Genieße es und berichte noch über viele schöne Erlebnisse.
    Eine super Zeit zusammen mit Susan wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße, aus der verschneiten Heimat die Eltern

    Dezember 28, 2010 um 8:16 pm

    • S.Lempke

      Hallo, wir haben heute deinen Bericht von deinen Erlebnissen gelesen und finden, es muß doch alles wunderschön sein. Genießt jetzt alles zu zweit und bleibt gesund, wir wünschen euch einen guten und aufregenden Rutsch ins neue Jahr 2011, ganz liebe Grüße Omi und Opi

      Dezember 31, 2010 um 8:29 pm

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